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Zuhause ist es am schönsten? Nicht immer! Erst recht nicht, wenn die Yggdrazil Group eine kleine Indie-Perle veröffentlicht, die das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Home Sweet Home ist ein Survival-Horror-Spiel der alten Schule. Es punktet mit Jumpscares, kniffligen Rätseleinlagen und Schreckmomenten der fiesen Art. Zu den vielen Vorzügen des Asia-Märchens mischen sich nur wenige Nachteile. Die manchmal doch etwas repetitiven Aufgaben gehören leider dazu.

Gruselmythen aus Thailand

Gruselspiele sind der Trend der Stunde. Haben Outlast und Amnesia das Genre mit kreativen Ideen geflutet, sind zahlreiche Nachahmer auf den Zug aufgesprungen. Nicht immer sehr einfallsreich, aber doch mit dem Herz am rechten Fleck. Yggdrazils Home Sweet Home mag auf den ersten Blick nicht sonderlich einladend erscheinen, richtet sich mit seinen cleveren Einfällen aber doch an eine Klientel, die begierig auf den nächsten Klassiker ihres Genres wartet. Home Sweet Home empfiehlt sich zwar letztendlich nur als Spiel für zwischendurch. Nervenaufreibende Spannung ist aber allemal garantiert!

Kaum ist der europäische Sagenschatz ausgetrocknet, geht es den Asiaten an den Kragen. Laut den Entwicklern basiert Home Sweet Home auf einem thailändischen Schauermärchen. Der Hauptprotagonist bekommt es nicht nur mit seiner eigenen Psyche zu tun, er muss sich gleich mehrmals einem unheimlichen Mädchen stellen, das der Schlüssel zum Ausweg aus seinem Albtraum zu sein scheint. Den vollen Nervenkitzel entfaltet das Indie-Game, wenn sich Spieler außerdem das VR-Headset Oculus Rift aufsetzen und den Horror aus nächster Nähe erleben. Mehr Grusel geht nicht!

Wer rettet Tim?

Der Mann der Stunde, das ist übrigens Tim. Das arme Kerlchen trauert um seine verschwundene Frau und wacht in einer Umgebung auf, die ihm so gar nicht bekannt vorkommt. Nachdem er von einer weiblichen Stimme aus den Träumen gerissen wird, findet er sich in einem dunklen Gebäude wieder. Der Beginn einer langen Reise, die ihn keine Sekunde atmen lässt. Jeder Schatten offenbart ein Rätsel, benebelt seinen Geist. Es liegt am Spieler, Tim durch die Dunkelheit zu navigieren, Geheimnissen auf die Schliche zu kommen und das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Leichter gesagt als getan: Die Korridore wirken mitunter endlos lang – und scheinen sich zu verändern.

Parallelen zu Slenderman sind offensichtlich. Tim ist nicht einen Moment allein. Das unheimliche Mädchen verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, kann sich mühelos durch Wände bewegen und seinen Kopf, zu allem Überfluss, um 180 Grad drehen. Wann immer es Tim erblickt, fühlt es sich zu einem Angriff ermutigt, der so manchen Fortschritt negiert. Selbstverteidigung nämlich steht nicht auf dem Plan des Protagonisten. Er verfügt lediglich über eine Taschenlampe, muss sich damit abfinden, sein Köpfchen einzusetzen und den erstbesten Schleichweg ausfindig zu machen. Ist die Gefahr gebannt, dauert es nur wenige Augenblicke, bis sie aufs Neue beginnt.

Zwischen Stealth und Horror

Home Sweet Home erfindet das Rad nicht neu. Es fußt auf den obligatorischen Rezepten eines Survival-Horror-Spiels, weiß die Zutaten aber anspruchsvoll in Szene zu setzen. Langjährige Genre-Freunde kommen definitiv auf ihre Kosten, Neulinge sollten lieber doch erst die Amnesia-Reihe anzocken, bevor sie sich auf den Thai-Grusel einlassen. Die Story selbst bleibt leider relativ oberflächlich, weiß dadurch jedoch die Schockmomente zu intensivieren. Gamer, die eine ausgefeilte und progressive Mythologie erwarten, werden enttäuscht. Es bleibt bei den Geistern, die einem permanent an den Hacken kleben.

Trotz der durchaus hochwertigen Aufmachung scheitert das Spiel in gewisser Weise an seinem eigenen Anspruch. Denn rein gar nichts wirkt auf auch nur irgendeine Art und Weise neu. Selbst das Gameplay weicht keinen Meter von seiner geraden Linie ab. Spieler wandern durch die Korridore, finden Gegenstände, aktivieren Schalter – und schon geht es mit identischen Stilmitteln in die nächste Runde. Mehr Abwechslung hätte Home Sweet Home definitiv gut getan.