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Bei Devolver wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Der renommierte Indie Publisher hat sich Reikon Games‘ RUINER angenommen und verzaubert die ballerwütigen Spieler mit einem Steampunk-Spektakel der etwas anderen Art.

RUINER ist ein knalliges Action-Game, das den Gamer in die futuristische Zukunft versetzt und mit allerlei Herausforderungen ausstattet. Dass die Würze nicht immer in der Kürze liegt, wird bereits nach wenigen Minuten klar: Anfänger könnten sich durchaus überfordert fühlen, die rasanten Massaker zu überstehen. Hartnäckigkeit hingegen wird belohnt.

Hack im Hirn

Es ist ein Tag wie jeder andere: Kaum ausgeschlafen, erwachen wir in einer dunklen Gasse, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Kann es auch gar nicht sein, wurde doch unser Gehirn gehackt, ein Mordauftrag in unseren Schädel gepflanzt. „Kill Boss!“ befiehlt die Stimme, als wir gerade noch versuchen, uns das karge und von Neonlichtern umspielte Jahr 2091 schmackhaft zu machen. Den Boss töten, das kann ja was geben!

Die Mitte der Gesellschaft kennt keine Skrupel. In der Zukunft leben die Reichen in Saus und Braus, während das Fußvolk in der Cyber-Metropole Rengkok verzweifelt versucht, den von zeitgemäßen Technologien geprägten Alltag zu meistern. Die Wahrheit? Irgendwo da draußen. Genauso wie unser Bruder, entführt von der zwielichtigen HEAVEN-Corporation, der es in den kommenden Stunden an den Kragen geht. Der Gedanke an Rache und rollende Köpfe jedoch ist nur der Anfang. Schon auf den zweiten Blick erweist sich RUINER als komplexes und durchaus progressives Schlachtfest, das seine individuellen Qualitäten in die Waagschale wirft. Ein falscher Klick, die Sause beginnt von vorn. Und zwar immer und immer wieder.

Cyberkämpfte aus der Iso-Perspektive

Das Gameplay lässt sich am ehesten mit Hotline Miami vergleichen. Wir navigieren den Charakter aus der Iso-Perspektive und metzeln alles ab, was uns vor die Flinte kommt. Hört sich leicht an, ist aber das genaue Gegenteil: Die Entwickler nämlich machen sich einen Spaß daraus, das im Grunde sehr überschaubare Game mit einer großen Portion Bosheit zu garnieren. So sehen wir uns regelmäßig nicht enden wollenden Horden gegenüber, obwohl wir uns – speziell in der ersten Hälfte des Spiels – mit Ach und Krach unserer Haut erwehren können. Der Frust sitzt tief, wenn dem Gegner wieder einmal ein verrückter One-Kill-Shot gelingt und die Fortschritte der letzten Minuten zunichte sind.

Gleich der Einstieg lässt es krachen. Der Hauptcharakter kämpft sich durch ein Parkhaus, räuchert eine Verbrecherbande aus und hat alle Hände voll zu tun, keinem rücksichtslosen Gangmitglied zum Opfer zu fallen. Optisch reißt RUINER keine Bäume aus, bewegt sich dank Unreal Engine aber im guten Mittelfeld. Passend zum düsteren Techno-Soundtrack entsteht eine einnehmende Atmosphäre, die besonders bei den Bosskämpfen zur Geltung kommt. Dass auf eine Sprachausgabe nahezu komplett verzichtet wird, mutet seltsam an. Allerdings ist die Story ohnehin nicht sehr ergiebig. Eher was für die Fantasie – dort aber umso mehr!

Nichts für schwache Gemüter

Der fiese Schwierigkeitsgrad zeichnet RUINER aus. Geht es in den ersten Stunden eher schleppend voran, fühlt sich jeder neue Skillpunkt wie ein Weihnachtsfest an. Die Kämpfe sind gemein, aber nicht unfair. Pleiten entstehen hausgemacht. Ein falscher Schritt hier, eine Unachtsamkeit da. Schon beißen wir ins fiktive Gras. Die Umverteilung der Skillpunkte motiviert nicht unbedingt für einen zweiten Durchgang, lässt die strategischen Finessen jedoch offensichtlich werden. Immerhin!

Die klugen Köpfe von Reikon Games erfinden das Genre nicht neu, richten ihre Produktion aber ganz an Cyperpunk-Freunden aus, die sprichwörtlich auf die Kacke hauen möchten. RUINER nimmt seine Spieler nicht an die Hand, entlässt sie aber mit allerhand Action und kniffligen Kampfeinlagen. Der Iso-Shooter schafft es auf bis zu 10 Stunden Spielzeit. Abhängig davon, wie schnell, ehrgeizig und treffsicher sich Gamer durch die futuristische Welt ballern. Kein Glanzstück für den Shooter-Markt, aber ein Bonbon für nimmersatte Genre-Fans, die über die wenigen Missstände hinwegschauen können.